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Brennnessel

Eine Vision: Wildkräuterparks in ganz Deutschland

Das Sammeln von Wildpflanzen scheint vor allem Städter zu interessieren. Diese Erfahrung hat Dr. Markus Strauss gemacht. Er ist Wildpflanzen-Experte sowie Buchautor und auch wir können uns dem anschließen. Doch wo sammelt man? Nicht jeder hat wie wir eine Kooperation mit Biobauern, bei denen wir sicher sein können, dass die Wildkräuter frei von Schadstoffen wie Unkrautvernichtungsmittel, Straßenschmutz und Hundepipi sind. Nun kommt die Idee von Strauß ins Spiel. Er hat die „Stiftungsinitiative EssbareWildpflanzenParks“ (Ewilpa) gegründet. Sie soll helfen, essbare Wildparks in ganz Deutschland zu gründen.

„In diesen Wildparks kann jeder kostenlos sammeln und findet einen Ansprechpartner, wenn es darum geht, welche Pflanzen essbar sind“, sagt Strauß im Gespräch mit mir. Vielfalt mit Baumhainen und Hecken, Wiesen, Beeren- und Kräutergärten, Streuobstwiesen, Brachflächen und Feuchtgebiete sollen an diesen Orten herrschen statt immer gleiche grüne Rasenflächen. „Das Essen, was es hier gibt, ist das Ehrlichste: super regional, super frisch und super lecker“, schwärmt Strauß. Im Vergleich mit Kultursorten enthalten Wildpflanzen ein Vielfaches an Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen. Zudem sind sie voll sekundärer Pflanzenstoffe wie ätherische Öle, Bitterstoffe und Antioxidantien.

Auch die Natur profitiert laut Strauß von solchen Wildparks: „Wir lassen das Essen wachsen, ohne die Böden zu malträtieren. Die Erde kann sich erholen und wir bekommen gutes Essen.“ Weniger Pflegeaufwand sei es es auch, da sich die Gestaltung und Artenauswahl an den natürlichen Gegebenheiten orientiere. „Wir pflanzen zum Beispiel einen Obst-Baum, darunter kommt eine Hecke etwa mit Johannisbeeren und dann unten auf die Erde Giersch.“ Ja, er würde tatsächlich Giersch in den Garten pflanzen. Für ihn ist er nicht der Gärtnerschreck, sondern eins der leckersten Wildgemüse, das unsere heimische Natur zu bieten hat. „Da lässt sich wunderbar Salat und Gemüse draus machen.“ Wenn man ihn einfasst, kann er sich zudem nicht ungehindert ausbreiten. Und regelmäßiges Abmähen liefert ständig Nachschub an frischem Grün.

Seit 2015 ist die Stiftung im Aufbau. Zurzeit sammelt Strauß Stiftungsgelder und sucht Unterstützer. Neben Geldgebern ist er auf der Suche nach Grundstückbesitzern, die sich einen Wildpark auf ihrem Gelände vorstellen können. Erste Projekte im bayerischen Paartal oder im Remstal bei Stuttgart gibt es schon. Mit dabei ist auch Schloss Türnich aus Kerpen. Dort bekommen wir unter anderem unsere Holunderblüten für den Holunderblütenessig oder Holunderblütensirup her.

Webseite zur Stiftung: www.ewilpa.net

Foto: Pixabay

 

 

 

 

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